Einblick #DigitalpACT

Die erste Route war geschafft. 1008 km, von Potsdam via Berlin, weiter nach Kiel in den Norden der Republik. Von nun an sollten wir der Hitze hinterherfahren. Wir waren überrascht, wie groß die Beteiligung an unseren ersten Workshops trotz der glühenden Hitze war. Wahnsinn, in Bremen bekamen wir sogar Besuch einer Brandenburger Schulleiterin, die insgesamt 660 Kilometer für unserer Roadshow gefahren ist, da sie an den Terminen in ihrer Nähe nicht teilnehmen konnte. Um so glücklicher waren wir über ihr Feedback und die Tatsache, ihr beim Thema DigitalPakt Schule weitergeholfen zu haben. In Hamburg erwartete uns ­­­­­– wenig überraschend – ein Workshop auf hohem Niveau­. Hier konnten wir viele tolle Ideen und Anregungen mitnehmen, da man hier mit der digitalen Bildung seit längerem per Du ist. Bettermarks wird bereits seit 2018 flächendecken eingesetzt, mit sehr guten Erfahrungen. Und auch Lego Education, MBlock und Praxislernen sind keine Fremdwörter. Ähnlich wie in Hannover: Hier ist man anders als in Berlin und Brandenburg häufiger mit der richtigen Bandbreite ausgestattet und setzt bereits tolle Schul-Projekte mit z. B. eigens gebauten 3D-Druckern um. Wobei das Thema BYOD (Bring Your Own Device) auch hier die Netzwerke an ihre Grenzen bringt und man die Herausforderungen der Folgekosten diskutiert. Denn eines ist klar: Sowohl 3D-Drucker, interaktive Whiteboards als auch Glasfaser-Anschlüsse bringen laufende Kosten für Betrieb und Wartung mit sich und diese Themen sollte man heute für einen (hoffentlich kommenden) Nachfolger des DigitalPakts Schule mitdenken.

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WLAN macht noch keinen digitalen Unterricht

Egal ob interaktive Whiteboards oder 3D-Drucker: Die Hardware gestaltet keinen Unterricht und kann im Zweifel zu mehr Aufwand als Unterstützung für die Schulen führen. Egal wo wir ankamen, es gab eine klare Auffassung zum Mehrwert digitaler Bildung. Sie kann sehr nützlich sein und den Unterricht wundervoll ergänzen. Ohne eine praktische Ausbildung der Lehrkräfte und zeitgemäße und geprüfte Fortbildungsangebote jedoch, steht eine große Investition einfach nur sinnlos im Raum herum. Und gerade deshalb plädieren wir stets für die Berücksichtigung der Lehrkräftefortbildung in der Medienentwicklungsplanung. So wird z. B. ein interatkives Whiteboard schnell zum besseren Beamer, dabei kann man so unheimlich viele interaktive Elemente in den Unterricht einbauen – wie nicht zuletzt dieser Mathe-Dozent seinen Studierenden auf eine lustige Art zeigt. Spaß bei Seite – nicht nur das verpflichtende Fortbildungsangebot für Lehrkräfte, sondern auch die Art, wie wir Unterrichtsmaterial in Deutschland zulassen, muss sich sehr bald ändern. Digitale Medien sind nicht statisch wie alte Mathebücher, sie können sich täglich verändern, angepasst, verbessert und ergänzt werden. Bettermarks zeigt, wie das gemeinsam mit den Lehrkräften und Schülern geschehen kann.

„Alles was ich vom DigitalPakt weiß, habe ich aus der Presse!“

Erschreckend oder? Man müsste eigentlich davon ausgehen, dass Schulleitungen am besten über den DigitalPakt Bescheid wüssten. Aber dieses Zitat zeigte uns einmal mehr, dass auch die Art der Kommunikation innerhalb der Organisation „Bildungswesen“ längst nicht im digitalen Zeitalter angekommen ist. Eins ist sicher: egal wie gut die Informationsangebote von den Ländern sind, sie sind schlichtweg zu unbekannt. Gleiches gilt für Themen wie OER (Open Educational Resources) Materialen und kostenlose Fortbildungsangebote wie z. B. bei Conrad Academy – wie das plötzliche Verschwinden unseres Ansichtsexemplars für 3D-Druck Unterrichtsmaterial von Conrad Academy zeigte. Das man BTW 😉 kostenlos hier bestellen kann.

Digitale Bildung: Im Osten viel Neues!

Nach einem erneuten Heimspiel wegen der großen Nachfrage in Potsdam hatten wir eine spannende Tour durch den Osten der Republik hinter uns gelassen. 612 Kilometer: nach einem „coolen“ Start bei Interlake in Potsdam ging es weiter via Magdeburg, Erfurt über Leipzig und wieder Richtung Heimat. Einmal Durchatmen und die ersten beiden Teile der Tour Revue passieren lassen. Gerade die Eigeninitiative und große Anzahl an Teilnehmern der Roadshow hat uns hier überwältigt. Dank der tollen Unterstützung mit klimatisierten Räumen von der BARMER Magdeburg und Leipzig und dem Thüringer Kompetenzzentrum Wirtschaft 4.0, konnten wir die Workshops auch mit bis zu 25 Teilnehmern gut realisieren. Die Nachfrage nach Unterstützung und hat uns umgehauen. Danke an dieser Stelle an alle bisherigen Teilnehmer*innen der Roadshow #DigitalpACT für den spannenden Austausch!

Wir arbeiten alle Impressionen, Tipps und Best Practice Beispiele aus den Veranstaltungen aus allen Bundesländern in die MEP (Medienentwicklungsplan) Vorlage ein und senden diese den interessierten Teilnehmern nach Ende der Roadshow zu.

Auf ins Finale der Roadshow

Am Freitag starteten wir mit der letzten Etappe durch den Süden der Republik. Nach einem spannenden Auftakt in Frankfurt am Main in der letzten Woche, bei dem wir unglaublich inspirierende Gespräche mit Schulleiterinnen und Schulleitern führen durften, starteten wir am Montag in Freiburg durch. Mal schauen ob das das Praxisprojekt „Wir bauen einen 3D-Drucker zum Schokoladendrucker um“ in dieser Woche noch getoppt werden kann? Wir sind gespannt und freuen uns auf die finale Etappe der Tour mit vielen neuen Gästen und Impressionen – wir melden uns bald mit unseren neuen Eindrücken und Ergebnissen zum Stand der Digitalen Bildung in Deutschland zurück!

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